Chronik

Diese Chronik des Reit- und Fahrvereins St. Georg Haldern soll unserem besten Kameraden, dem Pferd, gewidmet sein. Das Pferd hat uns von Anfang an -bis jetzt- begleitet. Es war immer treu und zuverlässig. Immer war es dabei, sei es bei fröhlichen, sportlichen und traurigen Anlässen.  

Was wäre unser Verein ohne das Pferd? Es gäbe ihn gar nicht.

    

 

Mammi Köster die Seele des Vereins und Onkel Hein-Elsweiler mit Standartenträger Charles Bellingröhr  

 

 

 

Der Beginn des Reit- und Fahrvereins St. Georg Haldern liegt im Jahr 1926. Der erste Weltkrieg lag hinter den Menschen und man konnte sich wieder auf die gesellschaftlichen Dinge des Alltags besinnen. Man traf sich wieder zum Fußballspiel, zum Singen, zum Kegeln –und zum Reiten!  

Anlass für den Beginn des Reit- und Fahrvereins St. Georg Haldern bot das große Rennen des Reit- und Fahrvereins Rees und Umgebung zu Pfingsten 1926. Da die jungen Leute aus dem Halderner Raum nicht nur Zuschauer sein wollten, fragte Wilhelm Schlütter beim Vorsitzenden des Kreisreiterverbandes, Herr Major a. D. Julius Baumann, um Gründung eines Halderner Reitvereins und benannte zwei Herren, die sich für die Führung dieses Vereins bereit erklärten: Gerhard Baumann und Paul Westerfeld sen. Der Grundstein war gelegt!  

Alle interessierten wurden durch einen Zeitungsartikel informiert und im Frühsommer 1926 fand im Lokal Baumann die Gründung des Reitvereins Schill statt.  

Bereits in den darauf folgenden Jahren veranstaltete der Reitverein in Haldern eine Fuchsjagd auf den umliegenden Feldern und im Wald. Die benachbarten Vereine wurden dazu eingeladen. Auch nahmen die Reiter bereits vereinzelt an ländlichen Turnieren teil. Dabei bedeutete „Reiten“ aber in erster Linie Freude und Erholung nach der Arbeit. Das Treffen mit Kameraden und die Gespräche der Reiter standen im Vordergrund.

   

 

Das sogenannte Mettwurstreiten 1965,vorne Fritz Geuting an den Gläsern Alfons Baumann sen. sowie die Herrenabteilung des Reitverein Haldern  

 

 

Das Jahr 1933 brachte eine Wende für den „Reitverein Schill“. Das politische Geschehen ging auch nicht an unserem Verein vorbei. Die vereinsüblichen Turniere der Vorjahre fielen aus, es wurden keine Fuchsjagden mehr abgehalten, es gab keine internen Veranstaltungen mehr. Zudem wurden durch die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht viele jungen Vereinsmitglieder zum Wehrdienst einberufen.  

Die Mitgliederzahl verringerte sich von Jahr zu Jahr und das Interesse am Verein erlosch. Offiziell bestand der Reitverein Schill bis Kriegsende. Dann schien alles vorbei zu sein.  

Auch wenn die Vereinstätigkeit an sich ruhte, so hatte Emil Westerfeld versucht, den Reitunterricht aufrecht zu erhalten. Er übte mit den kleinen Reitergruppen auf dem alten Sportplatz (jetzt Ehrenfriedhof). Damit bildet diese kleine Gruppe der jugendlichen Reiter unter der Leitung von Emil Westerfeld die Verbindung zwischen dem alten „Reitverein Schill“ und dem neuen „Reit- und Sportverein Haldern“.  

Im Jahre 1947 kam es zur Neugründung des Reitvereins. Am 06.08.1947 trafen sich im Doppeladler Mitglieder des alten Reitvereins und junge interessierte Reiter zur Gründungsversammlung des „Reit- und Sportvereins Haldner“. Der Verein zählte bei der Gründung 25 aktive und 87 passive Mitglieder. Am 16.08.1947 fand die erste offizielle Reitstunde statt. Mit der Fuchsjagd am 26.10.1947 trat der Verein zum ersten Mal wieder an die Öffentlichkeit und meldete sich damit eindrucksvoll zurück.  

Am 22.10.1948 wurde in Haldern der Kreisverband der ländlichen Reitervereine des Kreises Rees gegründet. Am 22.05.1949 fand in Bislich das Kreisturnier und Pferderennen statt. Hier konnte der Reit- und Sportverein Haldern bereits 10 Reiter an den Start schicken. Der Grundstein für die erfolgreiche sportliche Serie der Reiterinnen und Reiter des Reit- und Fahrvereins St. Georg Haldern war damit gelegt.  

Am 18.05.1950 fand eines der ersten großen Turniere des Reitvereins statt. Es wurde ein Turnier für die Anholter und Haldnerer Reiter ausgerichtet. Dabei wurden den ca. 1200 Zuschauern schon damals ein umfangreiches Programm geboten.

   

 

Es gab sogar eine Voltigiergruppe 1965 unter der Leitung von Emil Westerfeld  

 

 

 

Am 03.06.1951 war der Verein erstmalig in Zusammenarbeit mit dem Reeser Reit- und Fahrverein Ausrichter für das Kreisturnier. Dabei schaffte es die Halderner Mannschaft in der Vielseitigkeitsprüfung (Dressur Kl. A, Jagdspringen Kl. A und Vormustern) siegreich zu sein.  

Auf der Generalversammlung am 25.01.1952 wurde der Beschluss für die Namensänderung gefasst. Aus dem „Reit- und Sportverein Haldern“ wurde nun der „Reit- und Fahrverein St. Georg Haldern“.  

Dieser Name ist noch bis heute erhalten geblieben.  

In den folgenden Jahren sind nur vereinzelte Aufzeichnungen erhalten geblieben. In dem gesamten Gebiet des Pferdesports zeichnete sich eine rückläufige Tendenz ab, die dadurch bedingt war, dass durch den Vormarsch der Technik in der Landwirtschaft das Pferd mehr und mehr verdrängt wurde. Der Reit- und Fahrverein St. Georg Haldern richtete in dieser Zeit vermehrt kleinere –interne- Veranstaltungen aus.  

Ab dem Jahre 1965 fand wieder ein regeres Vereinsleben statt. Die Mitgliederzahlen der aktiven Reiter nahm kontinuierlich zu und vermehrt zeigte sich auch die Damenwelt dem Reitsport zugewandt. Es kam zur Gründung einer Damenabteilung innerhalb des Reit- und Fahrvereins St. Georg Haldern.  

Am 20.11.1967 wurde der Reitverein beim Amtsgericht Rees in das Vereinsregister eingetragen als „Reit- und Fahrverein St. Georg Haldern e.v.“  

Am 17.10.1972 wurde der Grundstein für die Reithalle auf dem Hof Schweckhorst gelegt. Diese Halle steht noch heute dem Reit- und Fahrverein St. Georg Haldern zur Nutzung zur Verfügung. Es werden dort noch immer die Vereinsreitstunden abgehalten.  

Die Einweihung der Reithalle auf dem Hof Schweckhorst war am 31.08.1973. Nach Überwindung zahlreicher Hindernisse hatte man das Ziel erreicht. Eine moderne Reithalle mit Stallungen, welche in einer landschaftlichen schönen Gegend gelegen ist, war in mühevoller Arbeit entstanden. Einen kleinen Rückschritt musste man in der Nacht vom 7. auf den 8. März 1976 hinnehmen, als ein Brand im Restaurantbereich der Reithalle Schweckhorst entflammte. Glücklicherweise konnte ein Übergriff der Flammen auf die Pferdeställe verhindert werden. So brannte „nur“ das Obergeschoss völlig aus und musste neu errichtet werden. Da die Arbeit aber sofort in Angriff genommen wurde, konnte der Reitbetrieb wieder schnell aufgenommen werden.  

Aufgrund der Gebietsneuordnung kam es, dass der Reit- und Fahrverein St. Georg Haldern seit dem 01.01.1975 dem Kreisverband Kleve angehört. Diese Zuordnung hat bis heute bestand.   Am 19. und 20. Juni 1976 fand das erste Kreisturnier des Kreises Kleve in Haldern statt. Es ist hinreichend bekannt, dass diesem Kreisturnier in der Zeit bis heute noch viele solche Veranstaltungen folgen sollten und hoffentlich noch folgen werden. Mittlerweile ist der Reit- und Fahrverein St. Georg Haldern bereits bei der Organisation von mehreren Rheinischen Meisterschaften, einer NRW-Meisterschaft und im Jahr 2007 erstmals bei der Organisation der Deutschen Meisterschaft der behinderten Fahrer im Bereich der Einspänner angelangt.  

Im Rückblick bleibt fest zu halten, dass der Reit- und Fahrverein St. Georg Haldern immer dem Motto „Stillstand ist Rückschritt“ folgte und sich so noch heute neuen Herausforderungen stellt!